SharePoint Performance Tuning – SQL TempDB Einstellungen

SharePoint Adventskalender – 6. Türchen

Performance Tuning – Performance Monitoring – Best-Practices für SP-SQL-Konfigurationen – BLOB Management – Backup & Recovery

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Die TempDB des SQLs kann man im weitesten Sinne wie den RAM-Speicher des Betriebssystems verstehen. Sie speichert unter anderem temporäre Benutzerobjekte wie Tabellen und Prozeduren, interne Objekte z.B. für das Speichern von Zwischenergebnissen und Zeilenversionen zum Beispiel für Datenänderungstransaktionen. Die TempDB wird bei jedem Start von SQL neu erstellt und alle gespeicherten Daten werden beim Trennen der SQL-Verbindung wieder gelöscht.

Mit dieser Analogie zum RAM-Speicher ist also leicht zu verstehen, dass Optimierungen der TempDB auch zur Verbesserung des gesamten SQLs führen und damit auch unseren SharePoint beschleunigen. Die verschiedenen Möglichkeiten, um die TempDBs zu optimieren, möchte ich hier auflisten:

  • Das Recovery Model sollte auf SIMPLE gestellt werden
  • Die TempDB kann auf mehrere Dateien aufgeteilt werden
    • bei bis zu acht logischen Prozessoren: #Kerne = #TempDB-Dateien
    • bei mehr als acht Prozessoren genau acht TempDB-Dateien konfigurieren
      • wenn Speicherkonflikte (In-Memory-Contentions) auftreten, sollten die TempDB-Dateien jeweils um vier erweitert werden, bis die Konflikte auf ein normales Niveau absinken
      • Hinweis: Daumenregel besagt #Kerne = ½ bis ¼ TempDB-Dateien
    • alle TempDB-Dateien sollten die gleiche Größe und gleichen Einstellungen haben
    • jede Datei sollte 25 % der Größe der größten Inhaltsdatenbank haben
    • die Dateien können auch über mehrere Spindeln verteilt werden, um eine noch bessere Performance zu erzielen
      • Hinweis: Da alle zusätzlichen Datendateien per Definition SECONDARY-Dateien sind, sollten Sie das Format *.ndf zuweisen anstelle des *.mdf für die initiale PRIMARY-Datei.
  • Die TempDBs sollten auf den schnellsten Laufwerken platziert werden
  • Auf den TempDB-Laufwerken sollte mehr als 25 % freier Speicher zur Verfügung stehen, um zu Peak-Zeiten das Anwachsen der Dateien zu ermöglichen
    • AutoGrowth ähnlich konfigurieren wie für Inhaltsdatenbanken, siehe 4. Türchen (Link unten)

Das sind einige Punkte, die Sie berherzigen sollten. Gleichzeitig macht dies auch deutlich, wie viele nicht optimale SQL Einstellungen es gibt, wenn unser SharePoint mit ins Spiel kommt. Aber schlechte Gewissen, ob Ihre Datenbanken optimal für SharePoint konfiguriert sind, soll es heute nicht geben. Genießen Sie stattdessen den Nikolaus und den 2. Advent. Aber schauen Sie gleich morgen mal nach bzw. sprechen Sie mit Ihren SQL-Admins.

Viel Spaß beim „SharePointen“!


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