SharePoint Performance Monitoring – Performance Counter für Speicherlaufwerke

SharePoint Adventskalender – 10. Türchen

Performance Tuning – Performance Monitoring – Best-Practices für SP-SQL-Konfigurationen – BLOB Management – Backup & Recovery

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Sehr häfig wird nur über die CPU und den RAM Speicher gesprochen, wenn es um Performance geht. Leider wird aber oft das Disk Sybsystem dabei vergessen, denn es hat einen erheblichen Einfluss auf die Leistungen der Systeme, die darauf laufen – ganz besonders bei SQL. Ich möchte daher heute ein paar Counter vorstellen, die Ihnen helfen, Ihre Disk-Performance im Auge zu behalten.

Avg Disk Queue Length

Dieser Wert gibt die durchschnittliche Anzahl der Anfragen an, die auf einen Festplattenzugriff warten. Dieser Wert beinhaltet neben den Anfragen in der „Warteschlange“ auch diejenigen, die aktuell in Bearbeitung sind. Warum ist das so? Dies liegt daran, dass dieser Indikator nicht direkt gemessen wird, sondern nach der Formel (Disk Transfers/sec) x ( Disk sec/Transfer) berechnet wird (beide Indikatoren siehe unten). Er gibt dennoch eine sehr gute erste Indikation, ob alles auf den Festplatten (also eigene oder angebundene Speicherlaufwerke) in Ordnung ist. Der Wert sollte nicht größer als 2 je Spindel sein.

Avg Disk Seconds/Transfer

Dieser Indikator misst die durchschnittliche Zeit, die vergeht, bis eine Transferabfrage abgearbeitet ist, unabhängig davon, wie viele bytes tatsächlich dabei gelesen or geschrieben werden mussten. Die Größe zeigt an, wie effizient das Disk Subsystem arbeitet. Werte größer als 0,025 Sekunden sind nicht optimal und deuten an, dass Anfragen häufig wiederholt werden müssen, weil sie entweder durch zu lang andauernde Anfragen oder eine zu lange Warteschlange fehlgeschlagen sind. In weniger häufigen Fällen deuten sie auch auf einen Plattenfehler hin.

Avg Disk Transfer/Seconds

Die durchschnittliche Anzahl an Transfers (I/Ops – Input/Output operations per second), die pro Sekunde abgeschlossen werden, hat zunächst keinen Grenzwert. Vielmehr kann sie als Richtwert betrachtet werden, wie gut (also wie viele) I/Ops Ihr Disk Subsystem pro Sekunde erfolgreich abarbeiten kann.

Als Beispiel können wir hier dennoch einen Grenzwert von Microsoft heranziehen. Für Inhaltsdatenbanken bis zu 4 TB Größe setzt Microsoft eine Plattenperformance von mindestens 0,25 I/Ops pro GB voraus (SharePoint 2013). Bei einer 4 TB Datenbanken müssen die Platten also mindestens 1024 I/Ops leisten können. Das würde ich als „sportlich“ bezeichnen.

% Free Space

Der prozentuale Anteil an freiem Speicherplatz auf den logischen und physischen Platten ist selbsterklärend. Natürlich sollte immer ausreichend Puffer vorhanden sein, damit beispielsweise nicht plötzlich Backup-Vorgänge abbrechen oder Datenbanken nicht weiter wachsen können. So einfach es klingt, sie glauben nicht, wie häufig diese Fehler bei Kunden auftreten…

Ich empfehle daher, dass Sie immer mehr als 15% der gesamten Speicherkapazität frei halten, damit Sie nicht in obige Probleme geraten. Nutzen Sie also Monitoring Werkzeuge, die Sie bei dieser Überwachung unterstützen.

Free Megabytes

Zum prozentualen Anteil an freiem Speicherplatz, sollten auch die harten Zahlen mit beobachtet werden. In einem beispielhaften Szenario hören sich nämlich 25% freier Speicher zunächst einmal entspannt an. Bedeutet dies aber nur rund 25 GB in echten Zahlen, dann sehe ich hier dringenden Handlungsbedarf – besonders wenn es sich um ein Speichersystem handelt, auf dem Farm-Backups abgelegt werden sollen. Seien Sie also wachsam.

Viel Spaß beim „SharePointen“!

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