SharePoint Performance Monitoring – Performance Counter für den Arbeitsspeicher

SharePoint Adventskalender – 11. Türchen

Performance Tuning – Performance Monitoring – Best-Practices für SP-SQL-Konfigurationen – BLOB Management – Backup & Recovery

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Wie im gestrigen Kelander-Türchen erwähnt, reduziert man sich oft bei Performance-Diskussionen auf einzelne Komponenten. Sicherlich kann eine einzelne Einheit einen Engpass darstellen, aber es ist immer das gesamte Systems, das aufeinander abgestimmt werden muss, um bestmögliche Leistungen zu erzielen. Da der Arbeitsspeicher (RAM) in der Tat ein sehr wichtiger Teil der Hardware und damit der gesamten Infrastruktur ist, schauen wir uns heute ein paar Performance Counter an, auf die Sie achten sollten, damit der RAM nicht zum „Bottleneck“ wird.

% Committed Bytes in Use

Der Arbeitsspeicher wird zusätzlich auf der Festplatte durch eine sogenannte Paging File abgebildet. Auf diese Datei wird der gesamte Inhalt des Arbeitsspeichers geschrieben, sollten wir z.B. auf Endanwender-Laptops in den Schlaf- oder Ruhemodus wechseln. Dieser Counter gibt also an, wie viel „virtueller“ Speicher aktuell vom RAM genutzt wird. Oder anders ausgedrückt, der Wert gibt uns das Verhältnis von zugesicherten Bytes zum Maximalwert der dazugehörigen Paging File an. Ist dieser Wert dauerhaft über 80%, so haben wir einfach zu wenig Speicher. Erweitert man den Speicher, so verändert sich natürlich auch schnell das Verhältnis der „Committed Bytes in Use“ und wird sind wieder im grünen Bereich.

Committed Bytes

Die Committed Bytes geben an, wie viele Bytes durch verschiedene Prozessen zugewiesen und damit auf der Pageing-Datei reserviert wurden, aber vom Arbeitsspeicher noch nicht verarbeitet sind. Dieser Wert kann über den RAM Wert des Servers ansteigen und auch die dazugehörige Paging Datei würde damit anwachsen. Dieses Auslagern von zugesicherten Adressräumen für die Bytes auf die Festplatte nennt man Paging und friert den RAM für andere Aufgaben ein. Also je mehr Arbeit für den RAM zu verrichten ist, desto eher kann es zum Paging kommen, weil es einfach die Kapazität des Arbeitsspeichers übersteigt. Der „Freeze“ macht das ganze dann noch schlimmer. Daher sollten Sie darauf achten, dass die Committed Bytes immer unter 75% des physisch verfügbaren RAM Speichers liegen.

Free System Page Table Entries (PTEs)

Eine Seitentabelle wird vom Windows Virtual Memory Manager (VMM) genutzt, um die Zuordnung von virtuellen zu physischen Adressräumen zu organisieren. Wie bei den Committed Bytes angedeutet, hat jeder virtuelle Speicher auch eine entsprechende physische Zuordnung. Gibt es für neue Zuordnungen nicht genügend Seiten, muss gewartet werden, bis alte Zuorndungen abgearbeitet wurden und eine Seite wieder frei wird. Maximal 50.000 Seiten (ungefähr 195 MB) können allein für allgemeinen Operationen benötigt werden – und damit meine ich noch nicht einmal die Grundlast von Windows! Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, dass weniger als 5.000 freie Seiten für PTEs ein Problem ist.

Pages/second

Dieser Counter referenziert zum Vorgang des “Paging”, also das Lesen oder Schreiben von Bytes auf die Festplatte aufgrund möglicher Ursachen, wie in Abschnitt für die Committed Bytes erwähnt. Ein Wert über 50 ist nicht optimal und sollte daher als Indikator aufgefasst werden, dass wir ein Arbeitsspeicherproblem haben. Ziehen Sie diesen Wert aber nicht als alleinige Messgröße für mangelhaften Speicher heran. Denn auch eine Applikation, die kontinuierlich aus einer Datei im Speicher liest, kann diesen Counter nach oben treiben. Sind also obige Counter niedrig, aber dieser sehr hoch, dann ist alles in Ordnung. Sind aber obige Counter nicht optimal, dann sind die „Pages/second“ ein zusätzlicher Beweis für mangelnden Arbeitsspeicher.

Available Mbytes

Zu guter letzt noch ein relativ einfacher Counter. Ist weniger als 5% des verfügbaren RAM Speichers frei, haben wir nicht genug davon und es kann zum „Paging“ kommen. Wie wir bei den Committed Bytes gelernt haben, wollen wir dies unbedingt verhindern. Erweitern Sie also den RAM, um wieder mehr freien Speicherplatz zu haben. *Hinweis: „Neuere“ SQL Versionen (ab 2008) sollten ein Minimum von 2 GB haben. Auch für das Betriebssystem selbst sollten immer mindestens 2 GB zur Verfügung stehen.

Viel Spaß beim „SharePointen“!

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