SharePoint Online PowerShell

7. Türchen

Mit dem Herstellen einer PowerShell-Verbindung zu unserem Online Tenant, was logischerweise nicht so trivial ist, wie bei unseren On-Premises Produkten, haben wir gestern den allgemeinen Teil zu Office 365 abgeschlossen und widmen uns in den nächsten Tagen den einzelnen Technologien und starten heute mit SharePoint.

Sollten wir unsere PowerShell Konsole noch offen haben, können wir nun direkt loslegen mit unseren Befehlen, um Seiten, Listen und Bibliotheken anzulegen, Eigenschaften auszulesen und anzupassen. Also im Prinzip Copy/Paste der uns bekannten Befehle aus On-Premises.

Halt Stopp!

Leider ist dies nicht so und als SharePoint Infrastruktur Spezialist bin ich wirklich enttäuscht, was für IT Pros in der SharePoint Online PowerShell Konsole zur Verfügung steht.

Aktuell gibt es ganze 33 Befehle. (https://technet.microsoft.com/de-de/library/fp161364.aspx). Im Vergleich dazu gibt es in der SharePoint 2013 Version 733 Befehle. In der 2016er Version kommen sogar noch ein paar dazu. Eine zentrale und automatisierte Verwaltung meines SharePoint Online ist daher nur sehr eingeschränkt über das UI oder noch weniger per PowerShell möglich. Ganz sicher wird sich da etwas tun, aber derzeit bleibt uns nur Drittanbieter-Software, die direkt über die API eine große Vielzahl an Funktionen zur Verfügung stellt.

Eine Alternative ist es, selbst Code zu schreiben, der über die API die gewünschten Aktionen ausführt. Ein schönes Beispiel, um Listenobjekten auslesen oder erstellen zu können, findet ihr auf dieser Seite:

http://www.c-sharpcorner.com/article/list-item-operations-using-csom-with-powershell-for-sharepoi

Aktuell ist nicht ganz sicher, in welche Richtung Microsoft gehen wird. Ohne Frage wird es weitere PowerShell Befehle für SharePoint geben, aber auf der anderen Seite gibt es nun auch Microsoft Flow und PowerApps. Mit ihnen können Administratoren ohne Entwicklerkenntnisse auch ganz einfach Funktionen zur Verfügung stellen, welche sonst On-Premises nur über PowerShell möglich waren.

Microsoft hat auf der ESPC 2016 erneut bestätigt, dass ein großer Fokus in Zukunft auf Entwickler für SharePoint gelegt wird. Auf der anderen Seite ermöglichen es Programme wie Flow, PowerApps und auch PowerBI engagierten Nutzern, sogenannten Power-Usern, ohne großen Aufwand auch komplexe angepasste Funktionen für ihr Unternehmen bereit zu stellen. Man kann fast glauben, dass der IT Pro, dessen beliebtes „Spielzeug“ PowerShell ist, in Zukunft fast nicht mehr für SharePoint Online gebraucht wird. Eine Entwicklung hin zu Programmierern oder zu Power User könnte uns bevor stehen.

Beunruhigen sollte uns dies jedoch nicht. Zu früh ist aktuell noch die Entwicklung und natürlich auch zu gewagt meine These. Also durchatmen und erst einmal einen Spekulatius verputzen. 😉

Happy „SharePointing“!

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